
Die neuen Bilanzierungsstandards und die Folgen für die internen Strukturen: Anregungen für Entscheider
Wie muss ein Unternehmer zukünftig seine Finanzabteilungen vorbereiten, damit er für die neuen Anforderungen der veränderten Rechnungslegungsstandards gewappnet ist? Reicht es, einzelne Mitarbeiter zu schulen oder müssen gleich ganze Abteilungen umstrukturiert werden? Je nach Marktausrichtung und bestehenden Strukturen werden die Antworten recht unterschiedlich ausfallen.
Ob Mittelstand oder Großkonzern - die neuen Rechnungslegungsvorschriften auf nationaler wie internationaler Ebene erfordern ein Umdenken in den Unternehmen: Die Bilanzierung nach dem Bilanzrechtsmodernisierungsgesetz wird zwar kurzfristig weit weniger große Veränderungen mit sich bringen als die Umstellung auf IFRS bei kapitalmarktorientierten Unternehmen, dennoch darf der Aufwand auch hier nicht unterschätzt werden. Die Harmonisierung des externen und internen Berichtswesen wird in jedem Fall strukturelle Veränderungen notwendig machen. Um für die bevorstehenden Anforderungen gewappnet zu sein, ist jetzt ein guter Zeitpunkt, diese strukturellen Veränderungen in die Wege zu leiten.
Prozessoptimierung und Weiterbildung
Bei der Umstellung auf die neuen Rechnungslegungsstandards müssen neben dem externen und internen Berichtswesen die internen Prozesse und gegebenenfalls die EDV-Systeme an die Anforderungen angepasst werden. Entscheidend ist die intensive Vorbereitung und Schulung des Personals der Finanzabteilungen und die Einschätzung, ob zusätzliches Personal eingestellt werden muss.
Diese Fragen können bei der Entscheidungsfindung hilfreich sein:
- Ist eine komplette Umstellung auf IFRS bereits heute sinnvoll, um das Rechnungswesen betriebswirtschaftlicher auszurichten? Sollte in der Übergangsphase eine parallele Konzernrechnungslegung nach dem modernisierten HGB und IFRS vorgenommen werden, um wichtige Erfahrungen zu sammeln? Welche zusätzlichen personellen und finanziellen Kapazitäten werden hierfür benötigt?
- Wie kann die Zusammenarbeit zwischen den Abteilungen Finanz-Buchhaltung und Controlling intensiviert werden? Wie müssen die Strukturen zukünftig aussehen? Sollte eine räumliche Annäherung z.B. in Großraumbüros stattfinden, um die Kommunikation zu verstärken?
- Sollten für beide Abteilungen gemeinsame Ziele gesetzt werden, um die Zusammenarbeit zu fördern? Können Bonussysteme hierfür eingesetzt werden?
- Über welche buchhalterischen, steuer- und handelsrechtlichen Kenntnisse verfügen die angestellten Controller?
- Über welche Kenntnisse verfügen Controller und Finanzbuchhalter im Bereich IFRS?
- Wie kann das betriebswirtschaftliche Know-how innerhalb der Finanzbuchhaltung vertieft werden?
- Welche Weiterbildungsmaßnahmen sind sinnvoll?
- In welchem Maße können Controller über das Berichtswesen hinaus Handlungsempfehlungen im Zusammenhang mit der Umstellung auf BilMoG oder IFRS geben? Wie können sie den Umstellungsprozess unterstützen?
- Welche beruflichen Erfahrungen und persönlichen Eigenschaften müssen Controller mitbringen, um Schnittstellenfunktionen innerhalb des Unternehmens erfüllen zu können?
- Sind genügend zeitliche Kapazitäten für den Umstellungsprozess eingeplant oder muss gegebenenfalls zusätzliches Personal angefordert werden?
- Können Shared Service Center für Debitoren- und Kreditorenbuchhaltung eingesetzt werden, um das Personal zu entlasten? Oder sind Lösungen im Bereich der Zeitarbeit praktikabler?
- Reichen die EDV-Programme für die neuen Anforderungen oder müssen diese umgestellt werden?
Für die Übergangsphase sollte in jedem Fall rechtzeitig eine klare Strategie entwickelt werden. Hier ist es oft sinnvoll, externe Hilfe hinzuzuziehen: Wirtschaftsprüfer, Unternehmensberater oder Steuerberater gewinnen als Sparringpartner immer mehr an Bedeutung. Auch bei TreuenFels Finance & Controlling Careers macht sich dies bemerkbar, denn die Nachfrage nach Fach- und Führungskräften mit IFRS-Know-how hat in den letzten Jahren deutlich zugenommen. "Insbesondere internationale Bilanzbuchhalter werden im Hinblick auf die aktuelle Entwicklung immer häufiger eingestellt", stellt Doris Mailänder, Geschäftsführerin der TreuenFels Finance & Controlling Carees, fest. "Daneben hat das Interesse an temporären Lösungen insbesondere beim Einsatz von Interim Managern stark zugenommen."